Die geistige Leuchte von der hohen Leuchte

Spitzensportler beziehen oft das Höhentrainingslager, um sich auf besondere Wettkämpfe vorzubereiten. Charly Gimbel lebt weit oberhalb der Grasnarbe und so kommt ein Doppelkopf Turniersieg bei einem mit bestem Ockershäuser Sauerstoff angereicherten Gehirn nicht überraschend. Für Herbert Zaun (Ockershäuser Straße) und mich (Ockershäuser-Allee) war bei der täglichen Belastung zum Beispiel durch Autoabgase und Lärm kein Platz auf dem Podest. 14 Teilnehmer machten sich am Samstag um 18 Uhr beim Doppelkopfturnier des TV berechtigte Hoffnung den Pokal in den Händen halten zu dürfen. Die krankheitsbedingte Absage des Topfavoriten, Ulrich Tatje, ließ die Titelträume der Anwesenden reifen und nachdem auch der listige Marc Adams kurzfristig passen musste, herrschte gespannte Stille als die ersten Karten gegeben wurden. Nicht weniger listig als Marc zeigte sich Michaela Peters, die ihren Mann und potentiellen Konkurrenten zu Hause als Babysitter kaltgestellt hatte. Der Plan schien aufzugehen als sie sich nach einer starken ersten Runde an den Tisch der fünf Bestplatzierten setzen durfte. Dort warteten schon Charly Gimbel, Neuling Lothar Kaminski, Andreas Harder und meine Wenigkeit. Zunächst schien Michi buchstäblich die besten Karten zu haben und startete zu einer fulminanten Zwischenführung, die Charly´s Brille beschlagen ließ. Er hat sich dann wohl an einen Trick aus seinem Buch über den Marburger Hofzauberkünstlers Strack-Bellachini erinnert, um sich aus dieser prekären Lage zu befreien und letztlich mit großem Vorsprung den Pott zu holen. Den Siegerscheck gab es in Form von drei Flaschen Rotwein. Lothar Kaminski und Raimund Gönnewig kletterten nach einer spieltaktisch cleveren zweiten Runde auf das Podest und erhielten ebenfalls noch flüssige Prämien.

Am Nachbartisch hatten zuvor Henning Koch und Dirk Hampl vom hochdeutschen in das manische gewechselt, mit hörbar viel Spaß. Bastel Hedge, Susi Egbring und Raimund Gönnewig, die zeitweilig schon die Spielweise der beiden Spaßklöpse nicht verstanden, hatten fortan also auch noch ein Sprachproblem mit Ihnen. Der Spruch, dass die Letzten die Ersten sein werden, bestätigte sich nach der ersten Runde auch am Samstag. Aber zum Leidwesen von Tina Scherer, Manuel Klenk, Uli Blanke und Herbert Zaun galt dies nicht für die Endabrechnung. Sie waren lediglich früher fertig als die fünfer Tische.  Uli schob sich noch achtbar auf Rang acht nach vorne. Manuel und Tina machten von ihrem Gewohnheitsrecht Gebrauch und sicherten sich wie im Jahr zuvor schon die Führung in der auf Kopf gestellten Tabelle.
Um gut zu funktionieren, braucht das Gehirn den benannten Sauerstoff. Doch bei einigen Teilnehmern schien die Durchblutung gestört zu sein und damit der Transport der dringend benötigten Ware. Wie konnte es dazu kommen? Durch eine Spende waren Pizza und Pasta in Buffetform erhältlich und da verschoben sich für einige doch die Prioritäten. Der Spender selbst, ein ausgewiesener Doppelkopf Profi und Kroatien Liebhaber, war kurzfristig erkrankt (das hatte ich doch schon erwähnt oder?). Um dieser Ungerechtigkeit angemessen zu begegnen, werden wir ein zweites Turnier dieses Jahr auflegen und Charly „Bellachini“ Gimbel ist fortan an der Gejagte.

von Heiko Hampl

 

 

Bild (v.L.): Raimund Gönnewig, Charly Gimbel und Lothar Kaminski
P.S.: Der Fotograf dieses Bildes stellt es gerne kostenlos zur Verfügung und möchte auf gar keinen Fall genannt werden ;-)

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