Mamma Mia am Gardasee - Ein märchenhaft sportliches Musical mit Happy End!

Die Sonne ließ sich einfach nicht vertreiben
Die Sonne ließ sich einfach nicht vertreiben

von Heiko Hampl

 

Die dritte Fahrt nach Vesio di Tremosine am Gardasee begann für fast alle Teilnehmer schon am Karfreitag. Die Gewinner der Reise aus der letztjährigen Tombola der Marburg Open, Waltraud und Uli Blanke, besuchten Ihre Tochter Johanna in München. Familie Kelz nächtigte in Innsbruck, Werner und Uschi Muth trieb es nach Südtirol, Egbrings und Peters stoppten in Füssen genauso wie Henning Koch mit Tochter Annabel. Um die Fahrt für Annabel kurzweiliger zu gestalten nahm Henning noch mich und Edomas mit. Wer Edomas ist? Dazu später mehr. Unsere Fahrt in den sonnigen Süden bekam in Memmingen zunächst einen kräftigen weißen Farbtupfer mit gehörigem Temperatursturz. Nachdem alle sicher im Hotel eingecheckt hatten, kam es nach dem Abendmahl zur ersten sportlichen Betätigung. Das Kegeln brachte den Peters am nächsten Morgen die Begrüßung mit „Guten Morgen, Familie Pudels“. Die Hoffnung, dass wenigstens die gelben Kugeln in Tremosine ihr Ziel finden würden, sollte sich jedoch als berechtigt erweisen. Während Michi und Michael ihren Spitznamen schnell wieder los bekamen, wurde aus Ede, Edomat und schließlich Edomas. Alle Synonyme ordnet man nicht einer deutschen hip-hop Größe oder amerikanischem Crossover-Superstar Rapper mit deutschen Wurzeln zu, sondern dem auf den bürgerlichen Namen hörenden Marc Adams. Besonders der 5jährige Mats Egbring hatte seine Freude an der Namensfindung nach Vorlage von fiktiven- oder Märchengestalten wie Fantomas, zumindest falls er die nötige Zeit dazu hatte und nicht gerade in meinen Bauch boxte. Auch diesem gab er einen Namen, der im Fegefeuer der Eitelkeiten schnell wieder verbrannt werden konnte.

 

Lasse Roggenkamp alias E.T. der Außerirdische

Am Samstagmittag erreichten wir dann alle wohlbehalten den Punkt an dem das Navigationsgerät unser Ziel fixierte und den Betrieb einstellte. Wie schön die Flora und Fauna 600 Meter oberhalb des Sees ist, erfreut die vielen regelmäßigen Teilnehmer der Fahrt immer wieder aufs Neue. Die Tremosiner Wetterfrösche schienen der Flora auch erlegen zu sein und leicht verwirrt, so dass ihre Prophezeiungen glücklicherweise nur am Ostermontag eintreten sollten und den Himmel verdunkelten. Schon in Topform standen Carlos und Alexandra Tontara sowie Familie Roggenkamp tags zuvor zur ersten Trainingseinheiten parat. So schwangen 30 Tennisbegeisterte Ihren Schläger über mehrere Stunden und Tage. Abends ging es oft zusammen zu einem der umliegenden Agritourismus Bauernhöfe, deren Speisen größtenteils aus Produkten bestehen, die selbst erzeugt werden. Wenn man am letzten Abend auf dem 840 Meter hohen Hügel des Agriturismo Nai steht, lohnt sich tiefes Luftholen und ein Blick auf das fantastische Panorama genauso wie die Augen von der „Schauderbar“ in Pieve auf die James Bond Strecke 400 Meter unterhalb zu richten. Diesen spektakulären Ausblick holten wir uns verdientermaßen nach einigen hundert Höhenmetern mit dem Mountainbike ab, die Lasse Roggenkamp mit einer Leichtigkeit erklomm, ja fast überflog, als ob E.T. der Außerirdische sein Begleiter wäre. Auf meinem Rad schien sich Jubba da Hud platziert zu haben, so dass ich trotz einer gefühlt überragenden Form Mühe hatte, den Berg vorwärts hoch, statt rückwärts runter zu fahren. Die schmerzliche Erfahrung, dass sich Mountainbikes auch locker über einige Höhenmeter schieben lassen, bleibt hier unerwähnt und natürlich mein gut gehütetes Geheimnis.

 

Das Leben der Anderen

Die Stimmung war schon in den vergangenen Jahren klasse und keineswegs von Schmerz geprägt, doch gerade in dieser Auflage überzeugten mich alle durch ein sehr homogenes und tolerantes Verhalten. Ob nun Waltraud auf die kleine Marlene (und sicher auch etwas auf ihren Mann Uli) aufpasste, Ede Kinderfilme mit Annabell schaute bzw. synchronisierte oder Henning das Gestell des Kinderwagens durch die engen Gassen Tremosines kutschierte, hatte jeder nicht nur seine eigenes Wohl im Auge, sondern immer auch den Blick für den anderen. Nun müssen wir uns nicht in „TV Empathie Marburg“ umbenennen, aber eine Erwähnung ist es allemal wert.

 

Hildebrands fühlen sich rundum wohl

So fühlten sich auch Sylvia, Julian und Gordian Hildebrand sichtlich wohl, die das erste Mal mit uns nach Italien fuhren. Dass man sich wohlfühlen und Spaß haben konnte, daran hatten die beiden Trainer Tadej Turk und Philipp Bien maßgeblichen Anteil. Sie ließen Ihre Schützlinge, laufen, schlagen, schwitzen, spielen und viel lachen. Ich wusste gar nicht, woher ich die vielen Plätze nehmen sollte, um den Tennishunger stillen zu können. Uli Blankes Ankündigung nächstes Jahr wieder mit dem Tennis einsteigen zu wollen, bereitete mir schlaflose Nächte. Doch das ist vorbei, denn die Anlage ist nun gebucht genauso wie die Apartments. Der Countdown läuft also. Nur noch 350 Tage und es geht wieder los. Familie Kelz steht schon auf der Teilnehmerliste. Bemerkenswert, da Christiane am Abreisetag in 2015 Geburtstag haben wird und dies wohl größtenteils auf der Autobahn, aber dann wieder hoffentlich mit etwas Wehmut. Das Gefühl beschlich uns wohl alle, als der See nach einer der vielen Serpentinen im Rückspiegel verschwand. Da war auch der große und mächtige Edomas machtlos und wurde wie auf der Hinfahrt von Annabel mit einem Lied von Abba getröstet. Dass man Lieder nicht 207 Mal wiederholen muss, sollte in einer Nachbesprechung allerdings doch nochmal eruiert werden…Mamma Mia!

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Kommentare: 2
  • #1

    Meinhard Gerdes (Mittwoch, 30 April 2014 10:17)

    Ein sehr nett geschriebener und lesenswerter Bericht. Schön,dass ihr so viel Spass gehabt habt. LG. Meinhard G.

  • #2

    Ulrich Tatje (Mittwoch, 30 April 2014 15:44)

    Das ist wohl eine besonders schöne, lebendige Tour gewesen. Ich beim Lesen habe ich immer wieder geschmunzelt. Das ist halt auch der TV 1965. Grüße Uller