Nicht zu alt, aber zu dick

Heiko Hampl


Wer mit zum Gardasee fährt, muss sich auf einiges gefasst machen. Im türkisblauen Wasser des Sees spiegelt sich nicht nur die wunderschöne Umgebung, es wird einem auch der Spiegel vor das eigene Gesicht gehalten. Die Jury wurde hierbei angeführt von der 6jährigen Noëlle Damaske. Als ich mit Ihr einen kurzen Sprint durchziehen sollte und sagte „Ich bin doch zu alt und zu dick für sowas“ antwortete sie treffsicher „Du bist nicht zu alt und auch nicht zu dick….naja vielleicht schon ein bisschen dick“. Das hatte gesessen und so vermied ich es mir weitere Beurteilungen abzuholen. Die gab es aber freilich zu Hauf bei den täglich stattfindenden Trainingseinheiten für die Mitfahrer des TV. 5 Trainer forderten Jung und Alt alles ab. Tadej Turk, Alexander Schleper, Philipp Bien, Christoph Damaske und Marc Miran machten einen tollen Job und holten sich dafür das verdiente Lob ihrer Schützlinge ab. Über 50 Teilnehmer stellten nämlich durchaus eine Herausforderung in der täglichen Trainingsarbeit und ihrer Organisation dar. Schon einfacher war es abends alle zu gemeinsamen kulinarischen Einheiten zu versammeln. Mal wurde im La Fenice deniert, mal im Val d´Egoi oder im Nai. Am Mittwoch gab es eine große Grillparty am Pool, die trotz heraufziehender Kälte bis Mitternacht ging. Tagsüber war es schön sonnig und so setzten alle beim ersten tiefen Luftholen am frühen Morgen schnell ein Lächeln aufs Gesicht und man grüßte den Apartmentnachbarn, der sein Frühstück zumeist draußen einnahm mit Blick auf schneebedeckte Berge, den See und Tremosine.
Man muss kein Freund der neuen Medien sein, aber WhatsApp machte die Kommunikation untereinander doch leicht. Und so wurde mal in großer Runde etwas zusammen unternommen oder in kleinen Gruppen mit dem Mountainbike die Umgebung erkundet. Unangefochtener Träger des gepunkteten Trikots für den besten am Berg war Lasse Roggenkamp, dem allenfalls Tadej das Wasser reichen konnte. Alle anderen erfüllten eher die Funktion des Wasserträgers. Oder wie im Fall von Lasses Vater, Nils Vaupel, konnte man auch vom Wasserschieber im übertragenen Sinne sprechen.
In Vino veritas! Zum Glück musste niemand aus Wasser Wein machen. Die Weine aus der Gegend sind allseits bekannt und waren im kleinen Tante Emma Laden von Tremosine käuflich zu erwerben. Ob nun ein roter Bardolino, oder weiße Lugana und Trebbiano. Da war für jeden was dabei und bei der Grillparty flossen der einen oder anderen Kehle einige Tropfen zu viel hinunter, so dass am darauffolgenden Morgen häufig eine Sonnenbrille das Haupt schmückte.
Viele waren zum ersten Mal dabei. Die Familien Kageler, Franz, Miran und Plonka wurden aber sofort integriert und so gab es ein entspanntes Miteinander. Die härteste Aufgabe hatte unser Neumitglied Heinz Palz zu lösen, der im Apartment mit den Youngstern Matthi Ritzenhoff, Marc Miran und Gordian Hildebrand der Häuptling war. Nach einer Woche gab es ein „war cool mit dir“ von Marc zur Belohnung. Traurig waren alle als die Nachricht kam, dass Ede nicht teilnehmen kann. Der unter bürgerlichem Namen bekannte Marc Adams wurde noch kurz vor der Abfahrt krank. Deshalb muss sich der Blick schon auf 2016 richten, dann wieder mit Ede. Am kommenden Freitag werden ab 18 Uhr im TV die Erinnerungen an die Fahrt beim gemeinsamen Grillen aufgefrischt und Fotos angeschaut. Ich werden wohl nicht mitessen, damit Noëlle im kommenden Jahr nichts mehr zu beanstanden hat.

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Lucia Lange (Sonntag, 12 April 2015 17:54)

    Die Vorbereitung auf die Sand-Saison war sehr super, sogar das Wetter hat mitgespielt. Vielen Dank an das hervorragende Trainer-Team für sehr gutes Training und all den anderen für sehr gesellige Tage in Vesio!